Rundgang

Handwerk und Gewerbe

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Multinationale Gewerbeparks

Von einem dynamischen Präsidenten getragen, wuchs der kantonale Gewerbeverein Baselland in den 1980er-Jahren zur politischen Grösse heran, der in vielen Fragen seine Stimme ertönen liess. Erstaunlich bleibt, dass trotz des erhöhten gewerbepolitischen Rendements die Konkurrenzierung und Ausbootung der lokalen Gewerbetreibenden durch schweizerische und ausländische Giganten nicht verhindert werden konnte. Immer mehr wurden ganze Gewerbeparks errichtet – zum Beispiel in Pratteln – und die lokalen wie die regionalen Betriebe sahen zu und staunten. Dies hat seinen Grund darin, dass der Gewerbeverband seinen Hauptfeind in der «Staatswirtschaft» ausmachte, welche ihm zu regulierend und zu eingriffsfreundlich war. Dass er gleichzeitig von der multinational operierenden Konkurrenz überfahren werden würde, schien ihm lange Zeit nicht in den Sinn zu kommen. Insofern müsste die folgende Stelle aus der ‹Basellandschaftlichen Zeitung› gar nicht fremd anmuten, in der das Schicksal des Handwerks und des Gewerbes beklagt wird. Sie stammt allerdings vom 28. April 1882. «Das Kleingewerbe ist herabgekommen durch die Art und Weise, wie sich unter dem Einfluss der Maschinen die gewerbliche Tätigkeit entwickelte. Gar mancher fleissige und tüchtige Handwerker hat angesichts der ihm aus dem Grossbetriebe, aus der kapitalistischen Produktionsweise erwachsenen Konkurrenz die nötige Kraft, den rechten Mut zur Arbeit verloren.»(1)

(1) Heimatkunde Liestal, Liestal 1970, S. 196

Autor: Martin Leuenberger; Redaktion: Daniel Hagmann
www.geschichte.bl.ch, Kategorie: Wirtschaft, Rundgang: Handwerk und Gewerbe
Dieser Text stammt aus: Nah dran, weit weg. Geschichte des Kantons Basel-Landschaft, Band fünf, Liestal: Verlag des Kantons Basel-Landschaft 2001 (Kapitel Handwerk und Gewerbe, S. 59-70).
Zum Thema

Kaufhaus zum Tor in Liestal, 1943

Opposition gegen Einkaufszentrum in Frenkendorf, 1974

 
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