Ergänzender Artikel zu:
Die Akteure der Reformpolitik im ausgehenden 19. Jahrhundert

Emil Frey-Kloss (1838-1922)

Emil Frey kam am 24. Oktober 1838 zur Welt. Seine schulische Ausbildung litt unter seiner Widerborstigkeit gegenüber dem autoritären Vater. Einen anerkannten Abschluss erwarb er nie. Im amerikanischen Sezessionskrieg brachte er es auf der Seite der Nordstaaten zum Offizier und prominenten Kriegsgefangenen. Nach seiner Rückkehr wählten ihn die Baselbieter zuerst zum Landschreiber (1865 bis 1866), dann zum Regierungs- (1866 bis 1872), später zum Landrat (1872 bis 1881). Auf eidgenössischer Ebene wirkte er als Nationalrat (1872 bis 1882), als Botschafter der Schweiz in den USA (1882 bis 1888) sowie als Bundesrat (1891 bis 1897). Beruflich war Emil Frey als Redaktor der ‹Basler Nachrichten› (1872 bis 1882) und der ‹National-Zeitung› (1888 bis 1890) sowie als Direktor der Internationalen Telegraphenunion (1897 bis 1921) in Bern tätig. Als Bundesrat stand er dem Militärdepartement vor. 1870 heiratete Frey Emma Kloss, die 21-jährige Tochter eines polnischen Flüchtlings, der dem jungen Kanton als Polizeisekretär und Kassier der Hypothekenbank zur Verfügung stand. Emma Frey-Kloss gebar innert weniger Jahre fünf Kinder. Noch nicht 29-jährig starb sie 1877 an Lungentuberkulose. Emil Frey kümmerte sich als allein erziehender Vater um seine Kinder. Doch konnte er sein politisches und berufliches Engagement nur dank der Unterstützung seiner Mutter bewältigen. Später gab er seine Kinder in Internate. Seine jüngste Tochter Helene führte ihm während Jahrzehnten den Haushalt.

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