Ergänzender Artikel zu:
Die Akteure der Reformpolitik im ausgehenden 19. Jahrhundert

Umstrittene Hypothekarreform

Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Forderung nach einer Hypothekarreform immer lauter. Landrat Stephan Gschwind hatte bereits bei der Beratung der Verfassung von 1892 entsprechende Forderungen angebracht. Auch der 1892 gegründete Bauern- und Arbeiterbund unter Führung Gschwinds schrieb sich die Reform auf die Fahne. Doch bevor er mit einer Volksinitiative ans Werk gehen konnte, waren in seinen Reihen tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten auszuräumen. Einig war man sich darüber, die verschuldeten Landbesitzer zu entlasten. Uneinig war man sich über den Weg zu diesem Ziel. Während Stephan Gschwind die Monopolisierung des Hypothekargeschäfts durch die Kantonalbank beabsichtigt hatte, schreckten andere Kräfte des heterogenen Bauern- und Arbeiterbundes vor solchen Schritten zurück. Insbesondere die Katholischen Arbeiter- und Männervereine vertraten eine konträre Position. Sie lehnten Reformen ab, welche ihrer Ansicht nach auf einen Staatssozialismus hinausliefen, und betonten die Bedeutung des Subsidiaritätsprinzips. Zuerst sollten sich die Gemeinden helfen. Kanton und Bund sollten nur ergänzend zum Zuge kommen.(1)

(1) Ruedi Epple: Bewegung im Übergang. Zur Geschichte der Politik im Kanton Basel-Landschaft 1890-1990, Liestal 1998, S. 111ff.

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