Ergänzender Artikel zu:
Elektrifizierung und Selbsthilfe

Das Baselbieter Wehrmannsdenkmal in Liestal

Die Errichtung von Kriegsdenkmälern nach dem Ersten Weltkrieg stellte ein gesamteuropäisches Phänomen dar. Das Liestaler Denkmal gedachte jedoch – zusammen mit den anderen schweizerischen Denkmälern – nicht der Soldaten, die durch Feindeshand gestorben waren. Es erinnerte an jene Soldaten, die militärischen Unfällen und vor allem der Grippe, die während der Aufgebote anlässlich des Landesstreiks 1918 grassierte, erlegen waren. Die Initiative für das 1923 eingeweihte Denkmal hatte Ende 1919 der Liestaler Schützenverein ergriffen. Die Realisierung der Idee führte zu Auseinandersetzungen sowohl um den Standort als auch um die Ausgestaltung des Denkmals: Jene, denen der militärische Aspekt besonders wichtig war, sahen die Kaserne als idealen Standort an, während die Mehrheit des Aktionskomitees das Regierungsgebäude vorzog. Selbst in der Jury umstritten war jedoch die Skulptur «Junger Eidgenoss» von Jakob Probst, die den Wettbewerb gewonnen hatte, weil sie schwierig zu verstehen sei. Ganz zufrieden scheint auch Probst selbst nicht gewesen zu sein: 1934 veränderte er die Figur, indem er das aufgeschlagene Buch auf dem Knie des Soldaten in einen Helm verwandelte, wodurch all jene befriedigt wurden, die den militärischen Charakter stärker betont sehen wollten.

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