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Wirtschaftliche Gründe pro Wiedervereinigung

Die Stadt Basel befinde sich in einer Krise, stellte der Basler Politiker Rudolf Gelpke 1912 fest. Als Alarmzeichen wertete er den verminderten Bevölkerungszuwachs sowie die oft gehörte Klage, dass sich im Erwerbsleben der Stadt eine Stockung fühlbar mache und die Industrien an Bedeutung eingebüsst hätten. Wenn aber die städtische Entwicklung stocke, zöge das auch die umliegenden Orte im Kanton Basel-Landschaft in Mitleidenschaft. Diesen könne es deshalb nicht gleichgültig sein, ob das städtische Zentrum allmählich verkümmere, umso weniger, als die einzelnen Gemeinden der Aussenzone zu schwach seien, um aus eigenen Kräften den wachsenden Anforderungen zu genügen. Der Entfaltung der Kräfte in und um Basel stand nach Gelpke nur ein Hindernis im Wege: Es war der «unerträgliche» Zustand, dass «ein winziges Gebiet wie das der Talschaften der Ergolz, der unteren Birs und des Birsigs wiederum in zwei Miniaturstäätchen» auseinander falle. Je länger, desto mehr sei deshalb wirtschaftspolitische Gemeinschaftsarbeit die unerlässliche Voraussetzung für das Gedeihen beider Halbkantone. Aus der Sicht des Gewerbepolitikers Gelpke war deren politischer Zusammenschluss eine wirtschaftliche Notwendigkeit.(1) Im Wiedervereinigungsverband schlossen sich denn auch vorwiegend bürgerliche Kräfte aus Stadt und Land zusammen. Doch der Erste Weltkrieg liess die Wiedervereinigung für einige Jahre aus Abschied und Traktanden fallen. Andere Probleme erheischten die politische Aufmerksamkeit.

(1) Rudolf Gelpke: Die wirtschaftliche Notwendigkeit des Zusammenschlusses der beiden Halbkantone, in: Basellandschaftliche Zeitung, 25. März 1912; Rudolf Gelpke: Die Wiedervereinigung beider Basel, in: Landschäftler, 27. Januar 1914

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