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Der Rebbau

Befand sich die Landwirtschaft in der Krise, so war auch der Weinbau betroffen. Die Bedeutung des Rebbaus für den Kanton Basel-Landschaft war gross.(1) 1860 zählte man 650 Hektaren Rebland. Mitte der 1980er-Jahre war der Bestand auf 71 Hektaren geschrumpft. In den 1990er-Jahren waren es zwar rund 20 Hektaren mehr, mit insgesamt 94 Hektaren blieb die Rebbaufläche jedoch bescheiden. Über 130 Flurnamen weisen heute noch auf die einstige Wichtigkeit des Weinbaus hin. Im 19. Jahrhundert war der Wein nicht ein Genussmittel, sondern tägliches Nahrungsmittel. Er war unentbehrlich. Bezeichnenderweise besassen deshalb zu Beginn des Jahrhunderts nur gerade neun Gemeinden keinen eigenen Rebberg: Bretzwil, Eptingen, Langenbruck, Läufelfingen, Lauwil, Liedertswil, Reigoldswil, Titterten und Waldenburg. Die durch die Ortsnamen markierte Grenzlinie des Rebbaugebietes fällt mit der Übergangszone vom Tafel- zum Kettenjura zusammen, etwas verallgemeinernd lässt sich sagen, dass sie sich auf etwa 600 Metern Höhe bewegt. Ein Kenner der Landwirtschaft hatte noch 1764 vom unteren Teil der alten Landschaft Basel festgestellt: «Es befleissen sich die Bewohner mehrentheils des Rebbaus». 1863 gab es zum Beispiel in Pfeffingen auf 54 Haushaltungen nur fünf ohne Reben. Und auch in Sissach hiess es: «Wer ein Haus besitzt, nennt gewiss auch ein Stück Reben sein.» Während im oberen, klimatisch etwas raueren Teil des Kantons der Ertrag bescheiden ausfiel, überstieg die Produktion in günstig gelegenen Rebbergen den Eigenbedarf um ein Vielfaches. So kam es, dass der Weinbau und der Weinhandel für einzelne Gemeinden zu einem wichtigen Wirtschaftszweig wurden.

(1) René Salathé: Baselbieter Rebberge, Liestal 1983

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