Ergänzender Artikel zu:
Beziehungen zwischen Stadt und Land

Kapital aus der Stadt

Die ersten mechanischen Bandfabriken findet man in Basel wahrscheinlich 1836, im Baselbiet hingegen erst nach 1850. Damit hatten sie sich aber noch lange nicht durchgesetzt. Doch nicht nur die uneingeschränkte Dominanz des Posamentens hinderte die grössere Entfaltung der Fabriken. Die wenigen Spinnereien konnten sich nie zu einem führenden Bereich entwickeln, aus dem dann weitere Bereiche der Industrialisierung wie zum Beispiel eine Textilmaschinenindustrie entstanden wären. Ein anderer Grund für die verspätete und regional spezifische Industrialisierung im Baselbiet lag in den Besitzverhältnissen. Die Unternehmer, welche im Baselbiet Fabriken gründeten, waren Stadtbasler, Angehörige der dortigen Oberschicht, «Bändelherren». Im Baselbiet fehlte aber nach der Trennung dieses finanzkräftige Bürgertum, welches in der Lage gewesen wäre, die Industrialisierung voranzubringen und zu tragen. So waren denn die ersten Fabriken Ableger von städtischen Betrieben. Doch diese Basler «Bändelherren» wurden durch die Kantonstrennung verunsichert. Erst als sie ihre Furcht vor bürgerkriegsähnlichen Zuständen abgelegt hatten, begannen sie in den 1850er-Jahren auch in Bandfabriken im Baselbiet zu investieren. Hinzu kam, dass der Platz und mit ihm die Ausbaumöglichkeiten in der Stadt immer enger wurden. Dass die Menschen auf der Landschaft durch den Rückgriff auf die eigene Landwirtschaft die Möglichkeit besassen, ihr Überleben sicherzustellen, erlaubte es, die Löhne, die in der Stadt hatten bezahlt werden müssen, noch zu unterbieten.

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