Ergänzender Artikel zu:
Beziehungen zwischen Stadt und Land

Ein gescheitertes Sesselbahnprojekt

In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurden an verschiedenen Orten im Baselbiet Konzessionsgesuche für Bergbahnen eingereicht. Die meisten scheiterten am Widerstand nicht zuletzt von Heimatschutzorganisationen, die sich in Vernehmlassungsverfahren äusserten. Ein derartiges Projekt war eine Sesselbahn von Ettingen auf den Hochblauen. Das Konzessionsgesuch reichte eine Einzelperson, ein Bürger von Ettingen, der in Basel wohnte und als Einnehmer bei der Birsigtalbahn arbeitete, im Juli 1956 ein. Sein Projekt begründete er mit den Naturschönheiten des Blauen und seiner Umgebung sowie mit der Tatsache, dass das Gebiet von Basel aus einfach zu erreichen war. «Um allen Touristen und Bergfreunden gross und klein, eine allgemeine Rundsicht bis weit ins Land hinein, bei klarem Wetter sogar bis in die Alpenwelt zu ermöglichen», sah er den Bau eines Aussichtsturms beim Blauenpass vor, ausserdem plante er ein «heimeliges Bergrestaurant mit guter Küche für alle Ansprüche». Er wollte Wanderer und Ausflügler mit sportlichem wie kulturellem Interesse vor allem aus Basel ansprechen, die «zum Blauenberg zurückkehren» würden, wenn er durch den Bau der Sesselbahn innert 45 Minuten erreicht werden könnte, statt wie bisher in über zwei Stunden. Der Gesuchsteller sah sein Projekt eingebettet in ein Netz anderer regionaler Verkehrsunternehmen. Das Projekt stiess jedoch bei Gemeinden, Kanton und Natur- und Heimatschutzorganisationen auf Ablehnung. Eine Konzession wurde nicht erteilt.

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