Ergänzender Artikel zu:
Beziehungen zwischen Stadt und Land

Gefahr im Anzug

Dass der Einsatz neuer Verfahren und Hilfsstoffe, technischer Errungenschaften und neuer Energieformen durch die Industrie Gefahren heraufbeschwor, konnte man bereits im 19. Jahrhundert zur Kenntnis nehmen. Gewisse Abwässer der chemischen Fabriken in Basel und Schweizerhalle waren schon in ihrer Anfangszeit hochgiftig und belasteten die Umwelt.(1) Auch der elektrifizierte Alltag hatte seine Tücken. Bei unvorsichtigem Verhalten folgte die Strafe des Stromschlages auf dem Fuss. Die benzinbetriebenen Automobile und Motorräder waren rascher als alle anderen Verkehrsteilnehmer und erzwangen wegen der Unfallgefahr eine hohe Regelungsdichte. Nach dem Zweiten Weltkrieg, als das Erdöl und seine Derivate eine immer zentralere Rolle als Energieträger zu spielen begannen, war es vor allem das Öl, welches die gefährlichen Konsequenzen des technisierten Alltags vor Augen führte: 1955 floss es im Au-Hafen aus und gefährdete das Trinkwasser im Hardwald. 1967 entwich es in Reinach und bedrohte die Wasserversorgung des Birsecks. 1971 führte erneut ein Leck zu einer grossen Rheinverschmutzung. Die kantonalen Behörden sahen sich veranlasst, Vorsichtsmassnahmen zu ergreifen. 1967 überwies der Landrat eine Motion, die Ölwehren verlangte. 1970 schufen Polizei und Wasserwirtschaftsamt eine Alarmorganisation, welche bei Ölunfällen zum Einsatz kam. 1971 stimmten die Baselbieter Stimmberechtigten einem Ölwehrgesetz zu.

(1) Martin Meier: Die Industrialisierung im Kanton Basel-Landschaft, Liestal 1997, S. 410-415

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