Ergänzender Artikel zu:
Beziehungen zwischen Stadt und Land

Alternative Jugendkulturen

Am 28. Dezember 1957 hob die Baselbieter Polizei in Allschwil einen so genannten Existentialistenkeller aus. Dieser war kurz zuvor von Basel nach Allschwil verlegt worden. Die Existenzialisten hatten ihre Hochblüte in den 1950er-Jahren. Sie waren eine der ersten Jugendszenen der Nachkriegszeit. Wer sich ihnen zugehörig fühlte, pfiff auf bürgerliche Konventionen, las Bücher von Jean-Paul Sartre und Albert Camus, hörte Jazz und kleidete sich mit schwarzem Pullover und Baskenmütze. Existenzialistische Jugendliche waren gesellschaftskritisch eingestellt, ein direktes politisches Engagement aber stand für sie nicht im Mittelpunkt. Zentral war der Lebensgenuss im Hier und Jetzt. Man traf sich in Kellerlokalen, wo Jazzbands aufspielten. Man tanzte in offenen Formen, diskutierte, trank Coca-Cola, rauchte und teilte die Freuden mit Gleichgesinnten. Die Existenzialisten waren weder die erste noch die letzte Jugendbewegung, welche ihre Ableger auch im Kanton Basel-Landschaft fand. Es folgten die Halbstarken, die Beatniks, die Hippies, die Rocker, die Teds, die Punks, die Skins, die Rapper, die Skater und die Techno-Generation. Zwar waren alle diese Jugendbewegungen in erster Linie städtische Erscheinungen und deshalb vor allem in Basel anzutreffen. Doch fanden sich in jedem Fall auch auf der Landschaft Einzelne oder Grüppchen, die sich durch ihr Aussehen oder ihren Auftritt zu diesen Szenen bekannten.(1)

(1) Stapferhaus Lenzburg (Hg.): a walk on the wild side. Jugendszenen in der Schweiz von den 30er Jahren bis heute, Zürich 1997

Zum Thema

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