Ergänzender Artikel zu:
Beziehungen zwischen Stadt und Land

Das Kriegsende 1945

Der 8. Mai 1945 stellte in der zeitgenössischen Alltagserfahrung keine Zäsur dar. Oft blieb als einzige Erinnerung an diesen Tag, dass abends die Kirchenglocken läuteten. Besonders deutlich zeigte sich die Kontinuität in der nach wie vor angespannten Versorgungslage sowie bei der Rationierung, die erst 1948 vollständig aufgehoben wurde. Auch die Demobilisierung der Truppen erfolgte nicht sofort, sondern etappenweise bis zum 20. August 1945. Der Tag der Waffenruhe kam nicht völlig überraschend; so konnten von verschiedener Seite Vorbereitungen für die Feierlichkeiten zum Kriegsende getroffen werden. Während der 8. Mai an den meisten Orten, besonders im oberen Kantonsteil, in den geordneten Bahnen der behördlichen Organisation gefeiert wurde, entstanden vor allem in der Stadt Basel und in stadtnahen Gemeinden auch spontane Feiern, in denen sich die Erleichterung zu einer eigentlichen Siegesstimmung steigerte. Viele empfanden das Kriegsende durchaus als Sieg über den Nationalsozialismus, als Befreiung. Doch diese Sicht konnte angesichts der bis zuletzt vertretenen Neutralitätsdoktrin, der die Verschonung der Schweiz angeblich zu verdanken war, nicht zur offiziellen Position erhoben werden. Die Sprachregelung der offiziellen Reden betonte, die Schweiz sei nicht etwa befreit, sondern wie durch ein Wunder verschont worden.

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