Ergänzender Artikel zu:
Beziehungen zwischen Stadt und Land

Der Wiedervereinigungsverband

Der Wiedervereinigungsverband war 1914 entstanden. Gründer und erster Sprecher war Rudolf Gelpke, der Ingenieur, welcher daran beteiligt war, den Rhein bis Basel schiffbar zu machen. Gelpke sass 1908 bis 1912 als Vertreter der bürgerlichen Fortschrittspartei im Basler Grossen Rat, 1917 bis 1935 im Nationalrat. Eindringlich warb Gelpke für den Zusammenschluss der beiden Basel.(1) Für ihn war die Stadt ein grosses Handels- und Industriezentrum ohne Land und das Baselbiet ein Landkanton ohne geistiges und wirtschaftliches Zentrum. Die beiden Basel seien auf Gedeih und Verderb aufeinander angewiesen, meinte Gelpke. Doch könne das Zentrum Basel, welches das Haupteingangstor der Schweiz und den südlichen Endpunkt der wichtigsten Binnenschifffahrtsstrasse Europas bilde, seine wirtschaftlichen Möglichkeiten nicht ausschöpfen: «Was vom kleinsten Provinzstädtchen an bis zur kommerziellen und industriellen Grossstadt als das ABC einer erspriesslichen Wirtschaftspolitik gilt, Förderung der produktiven Betriebe in allen Erwerbszweigen durch weitausschauende verkehrs- und bodenpolitische Massnahmen bleibt einem von Natur besonders bevorzugten Verkehrs-, Handels- und Industriezentrum wie Basel versagt.» Deshalb fehle Basel der Platz für Eisenbahn- und Hafenanlagen, für industrielle Neuansiedlungen sowie für Klär- und Verbrennungsanlagen, welche das Kanalisations- und Kehrichtproblem lösen würden. Der Rhein diene als Kehrichtsammler. Neue städtische Quartiere entstünden nur als düstere und ungesunde Mietskasernenviertel.

(1) Rudolf Gelpke: Die wirtschaftliche Notwendigkeit des Zusammenschlusses der beiden Halbkantone, in: Basellandschaftliche Zeitung, 25. März 1912; Rudolf Gelpke: Die Wiedervereinigung beider Basel, in: Landschäftler, 27. Januar 1914

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