Ergänzender Artikel zu:
Beziehungen zwischen Stadt und Land

Hartnäckiger Einsatz für Verfassungsrevision

Im Frühjahr 1889 lehnten die Baselbieter Stimmberechtigten gleich zweimal einen Entwurf zu einer neuen Verfassung ab. Stein des Anstosses waren vor allem die Verfassungsartikel, welche die direkten Steuern sowie den Einkauf des Birsecks ins Schulgut regelten. Der erste Entwurf sah sowohl eine Steuer mit Progression als auch den Einkauf vor. Während ihm der Bezirk Arlesheim mit überwiegender Mehrheit zustimmte, fanden die übrigen drei Bezirke wenig Gefallen daran. Der zweite Entwurf reduzierte den Steueransatz. Zudem sah er geringere Leistungen des Kantons an die Schullasten der Gemeinden vor. Diesmal reagierten die Birsecker Stimmbürger mit einem Boykott. Doch im Unterschied zum ersten Anlauf in den 1870er-Jahren liessen die politischen Kräfte, die für eine Revision der Verfassung einstanden, Ende der 1880er-Jahre nicht mehr locker. Vor allem der Bezirk Arlesheim blieb am Ball. Als die Stimmbürger sich im Mai 1889 dazu äussern mussten, ob ein dritter Verfassungsentwurf ausgearbeitet werden solle, stimmte der Bezirk Arlesheim mit überwältigender Mehrheit zu. In den oberen Bezirken des Kantons teilte aber lediglich ein Viertel der Stimmenden diese Auffassung, und so unterlagen die Birsecker. In den folgenden Jahren setzten sich im Bezirk Arlesheim zahlreiche Politiker, Vereine, Kundgebungen, Zeitungen und Unterschriftensammlungen für die Fortsetzung der Revision ein.

Zum Thema

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