Ergänzender Artikel zu:
Beziehungen zwischen Stadt und Land

Gründungszeit der Genossenschaften

Schon bald nach seiner Gründung 1892 hatte der Bauern- und Arbeiterbund unter Stephan Gschwind damit begonnen, das Genossenschaftswesen zu fördern und Betriebe wie etwa die Therwiler Knochenstampfe aufzubauen. Nach und nach entstand in Oberwil und Umgebung ein ganzes Netz von Genossenschaften. Die Birseck’sche Produktions-und Konsumgenossenschaft mit Hauptsitz in Oberwil entwickelte sich zu einem sehr erfolgreichen und stark expandierenden Unternehmen.(1) Nach dessen Muster entstanden auch andernorts genossenschaftliche Betriebe. Um die Jahrhundertwende kam es zu einer raschen und breiten Gründungswelle von Elektragenossenschaften. An der Entstehung der ersten Elektragenossenschaft des Kantons, der Elektra Birseck, war auch Stephan Gschwind beteiligt. Der 1896 gescheiterte Versuch, im Hypothekarwesen staatliche Interventionen durchzusetzen und über diese der herrschenden Verschuldungsnot beizukommen, hatte einem sozialstaatlichen Konzept entsprochen. Dies widersprach der traditionellen politischen Kultur, die noch weitgehend auf die lokale Regulation und die Selbsthilfe der Betroffenen setzte. Dazu passte das Genossenschaftswesen mit seiner Verankerung in den Gemeinden und mit seiner Selbsthilfe. So wurde später auch die Kreditnot genossenschaftlich angegangen. Aus den Reihen der Katholischen Arbeiter- und Männervereine im untern Kantonsteil kam 1901 der Vorschlag, genossenschaftliche Bankinstitute nach dem System Raiffeisen zu gründen.

(1) Lotte Rosenfeld: Stephan Gschwind, ein Genossenschaftspionier, Basel 1968

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