Ergänzender Artikel zu:
Beziehungen zwischen Stadt und Land

Revolutionsstimmung

Das Zusammenwirken unterschiedlicher Faktoren liess um 1830 eine brisante politische Situation entstehen. Im Laufe der vorangehenden Jahre hatte sich in Basel eine bürgerliche Öffentlichkeit gebildet, die politische Fragen kontrovers diskutierte. Schauplatz dieser neuen politischen Interessen waren vor allem die trotz Zensur sich entwickelnde Presse sowie die Vereine mit ihrer Festkultur. Von Bedeutung waren des Weitern die fundamentalen Veränderungen im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereich: die Modernisierung der Landwirtschaft, das Bevölkerungswachstum oder die beginnende Fabrikindustrialisierung, um nur einige Stichworte zu nennen. Selbst konservative Obrigkeiten kamen nicht darum herum, sich mit den Folgen dieses Wandels sowohl auf politischer als auch auf administrativer Ebene auseinander zu setzen. Ein wichtiges Signal für den politischen Aufbruch war sodann die Revolution von 1830: In Frankreich hatte der Aufstand von Ende Juli 1830 einen uneinsichtigen König vom Thron gefegt, die Zeit des Absolutismus und des Gottesgnadentums war endgültig vorbei. Seinen symbolischen Ausdruck fand dies in Frankreich in der Figur des so genannten Bürgerkönigs Louis-Philippe, der nicht wie seine Vorgänger in der Kathedrale von Reims zum «König von Frankreich» gekrönt, sondern vom Parlament ohne kirchliche Weihen als «König der Franzosen» eingesetzt wurde. Die Macht dieses neuen Königs beruhte auf einem Vertrag mit dem Parlament und fand ihre Grenzen in der Verfassung.

Zum Thema

Entstehung des Territorialstaates

 
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