Ergänzender Artikel zu:
Beziehungen zwischen Stadt und Land

Basel tickt anders

1830 kam es in Frankreich zu einer Revolution. Der alte König wurde abgesetzt, die Macht des neuen Königs wurde vom Parlament kontrolliert. Obwohl diese Vorgänge in Basel aufmerksam verfolgt wurden, konzentrierte sich die Basler Regierung darauf, den gewohnten Gang der Dinge zu gewährleisten. Eine aktive Gestaltung politischer Veränderungen aus eigener Initiative lag jenseits des Denk- und Wünschbaren. Diese Einstellung des «Weiter-so-wie-immer» mündete in der krisenhaften Zuspitzung der Situation nach 1830, führte bei einem massgeblichen Teil der Basler politischen Elite zu einer Haltung der Rechthaberei und der politischen Kurzsichtigkeit. Auf der anderen Seite war der Regierung auf der Landschaft eine rührige kleine Gruppe gebildeter und aktiver politischer Führungsfiguren erstanden. Die Restaurationszeit 1815-1830 trug ein doppeltes historisches Erbe mit sich: das Ancien Régime einerseits, Helvetik und Mediationszeit andererseits. Basel gehörte nicht zu den konservativsten Ständen der Eidgenossenschaft, gleichwohl handelten die an Aufklärung und Neuhumanismus orientierten und fest im Besitzbürgertum verankerten Basler Politiker aus einer konservativen Grundorientierung heraus, quasi mit dem Rücken zur Zukunft. Widersprüche und Ungereimtheiten waren somit unvermeidlich, da gewisse Errungenschaften der (nach-)revolutionären Zeit nicht mehr rückgängig zu machen waren, so zum Beispiel die Möglichkeit, Feudalabgaben loszukaufen, oder der Beginn der Entwicklung zur Gewaltentrennung.

Zum Thema

Entstehung des Territorialstaates

 
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