Ergänzender Artikel zu:
Beziehungen zwischen Stadt und Land

Freiheitsbäume im Laufental

Der Berner Jura war im bernischen Grossen Rat nach 1815 nur mit einigen wenigen Repräsentanten vertreten, und die politischen Ämter waren fast alle von Angehörigen der Berner Aristokratie besetzt. Die Laufentaler und die Laufentalerinnen, die 1815 als Teil des ehemaligen Fürstbistums dem Kanton Bern zugeteilt worden waren, konnten sich im Alltag nicht allzu sehr über Bern beklagen. In politischer Hinsicht jedoch war die Zurücksetzung unübersehbar und sie wurde im Zuge der einsetzenden liberalen Bewegung schon bald thematisiert. Die Ideen der Julirevolution von 1830 in Frankreich fanden auch im Berner Jura ihren Widerhall. Der Jura beteiligte sich aktiv an den Auseinandersetzungen, die zur neuen Verfassung des Kantons Bern von 1831 führten. Die gleiche Vertretung aller Parteien im Kanton wurde gefordert, ebenso die direkte Wahl des Grossen Rats, die persönliche Freiheit und die Pressefreiheit. Freiheitsbäume wurden wieder aufgepflanzt, in Delsberg und Pruntrut wurden provisorische Verwaltungen errichtet, mit Petitionen wurde an die Berner Regierung appelliert, Gerüchte über eine mögliche Trennung des Juras vom Kanton schwirrten umher. Über die Beteiligung des Laufentals an der 1830er-Bewegung ist noch zu wenig bekannt. Immerhin stand es wegen des Sprachunterschieds in einer gewissen Distanz zum übrigen Berner Jura und es hatte schon während der französischen Zeit eine starke Zurückhaltung gegenüber Neuem gezeigt.

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Zum Thema

Entstehung des Territorialstaates

 
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