Ergänzender Artikel zu:
Beziehungen zwischen Stadt und Land

Feste feiern wie sie fallen

Die seit dem 17. Jahrhundert aufkommende Posamenterei steigerte die einst bäuerliche Festfreude, aber sie löste diese gleichzeitig aus ihrem agrarischen Zusammenhang heraus. So wie die landwirtschaftliche Tätigkeit für die Heimposamenterfamilien an Bedeutung verlor, so liess auch die Bindung des geselligen Lebens an den jahreszeitlichen Rhythmus nach. Die Posamenterinnen und Posamenter feierten die Feste, wie sie fielen: häufig dann, wenn der Bote den Lohn für die letzte Rechnung brachte. Auf der Landschaft Basel hatte die Reformation eine deutliche Reduktion der kirchlichen Feiertage zur Folge gehabt. Im Fürstbistum Basel aber beging man noch in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zusätzlich zu den 52 Sonntagen 44 kirchliche Feiertage. Der bischöfliche Versuch, ihre Zahl zu reduzieren, um dem Maskentreiben zur Fasnachtszeit, dem Tanzen und Spielen in Wirtshäusern und an Sonntagen Einhalt zu gebieten, stiess im Birseck und im Laufental auf wenig Gegenliebe und noch Mitte des 19. Jahrhunderts führte die Feiertagsfrage zu Spannungen zwischen dem katholischen Birseck und dem jungen Kanton Basel- Landschaft.(1)

(1) Fridolin Kurmann: «Gut Ding will Weile haben». Grenzüberschreitende Kirchenpolitik am Beispiel der Feiertagsreduktion (1852-1868), in: Baselbieter Heimatbuch 18, 1991, S. 202-210

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